Vorgesetzte Gemeinschaftsräume – Vom schlichten Bürogebäude zu einem vielfältigen und zukunftsorientierten Wohngebäude

Dem Bestandsgebäude auf dem Areal an der Stöckachstraße in Stuttgart wird von einem klassischen Bürogebäude zu einem Wohngebäude mit vielen Räumen und Plätzen für gemeinschaftliche Aktivitäten der Bewohner miteinander entwickelt. Auch Besuchende sind herzlich willkommen in den öffentlichen Bereichen. Die prägende Skelettstruktur des Bestandsgebäudes wurde mit einer filigranen Variante auf die Gerüstkonstruktion und dem Bestandsgebäude überzogen. In dieser befinden sich private Balkone, Gemeinschaftsterrassen und die außenliegende Erschließung für die Wohnungen.

Materialität

Das Bestandsgebäude wird komplett neu mit Holz verkleidet. Dieser Holzfassade wird eine scharfkantige weiß gestrichene Stahlkonstruktion vorgesetzt. In ihre befinden sich die mit Holz beplankten Balkone und Laubengänge zu den Wohnungen. Dazwischen ist ein filigran und transparent wirkendes Geländer aus Maschendraht.

Öffentlich

Die öffentlichen und privaten Bereiche sind strikt getrennt. Die privaten Wohnungen befinden sich ausschließlich im 2. OG bis 5. OG. In den darunterliegenden Geschossen (UG, EG, 1. OG) befinden sich neben einem Gesundheitszentrum, einem Kindergarten und einem Veranstaltungsraum, noch Büroräume, Co-Working Plätze und Workshopräume. Herz der Gemeinschaftsräume ist das Repair Café mit angeschlossener Werkstatt. Der tiefergelegte Bereich zu der Stöckachstraße ermöglicht einen barrierefreien Zugang für Bewohnende und Besuchende ins Gebäude.

Erschließung

Ein ressourcenschonendes Bauen wird zum Beispiel ungesetzt durch die Erhaltung des Skeletttragewerks mit seinen Bodenplatten und auch die Bestandstreppenhäuser werden erhalten und können so weitergenutzt werden. Diese werden lediglich erweitert, damit ssie in das zusätzlich aufgestockte Geschoss führen können. Die Wohnungen werden über diverse möglichst kurze Laubengänge erschlossen.

Nutzung

Dem Gebäude wurde ein neuartiges generationenübergreifendes Nutzungskonzept auferlegt. Dies fordert von jedem Bewohnenden eine Stunde ehrenamtliches Engagement pro Quadratmeter Mietfläche im Quartal. Dies können Leistungen für hilfsbedürftige Bewohnende wie Einkaufsdienste oder Gesellschaft leisten sein oder Hausaufgabenbetreuung bzw. Vorlesen für Kinder. Gartenarbeit wie die Pflege des Dachgartens inkl. Gemüsebeeten und Hühnerstall oder auch handwerkliche Tätigkeiten für das Repair Café könnten ebenfalls Gemeinschaftsdienste sein. Jeder kann sich für die Gemeinschaft so einbringen, wie es seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht.

Wohnen

Insgesamt gibt es in den Gebäuden 52 Wohnungen aus sechs verschiedenen Wohnungstypen, in denen diverse Nutzergruppen ihren Platz finden. Es gibt Typen für Singles, Paare, Familien mit ein bis zwei Kinderzimmern, Seniorenwohnugenund auch einen Clusterwohnungstyp. Die Erschließung über die Laubengänge ermöglicht es, dass ein Großteil der Wohnungen durchgesteckt werden können und so Fensterfronten, sowohl zur Nord/West-Seite als auch zur Ost/Süd-Seite, wie auch private Balkone entstehen.

Gemeinschaft

Aufgrund des besonderen Nutzungskonzeptes, welches die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt, befinden sich in dem Gebäude diverse Gemeinschaftsräume. Diese sollen Begegnungsort für Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeden Alters mit vielfältigen Interessen schaffen. In jedem Wohngeschoss befinden sich zwei Gemeinschaftsräume, die für die Bewohnenden gedacht sind, deren Wohnungen in der unmittelbaren Nähe liegen. In diesen Gemeinschaftsräumen sind immer eine kleine Küche und ein großer Tisch zu finden für gemeinsames Essen oder treffen der Nachbarinnen. Weitere Gemeinschaftsräume für die Bewohnenden befinden sich auf dem Dach. Dort gibt es u.a. ein Künstleratelier, einen Meditationsraum und einen Gemeinschaftsspielraum.

Studierende

Lara Breidbach
Bachelor Architektur und Stadtplanung
Universität Stuttgart

Betreuende

Prof. José Luis Moro

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