IBA’27 StadtRegion Stuttgart als Format der Stadt- und Regionalentwicklung
Wirkungsansätze, Potenziale und Grenzen einer laufenden Internationalen Bauausstellung
Studienarbeit von Amelie Zoe Piller
Wie können Städte und Regionen auf tiefgreifende Transformationsprozesse reagieren? Die Studienarbeit von Amelie Zoe Piller untersucht die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart als Format der Stadt- und Regionalentwicklung und fragt nach ihren Potenzialen, Wirkungsansätzen und Grenzen. Im Fokus stehen die regionalen Ausgangsbedingungen, die programmatische Ausrichtung sowie die organisatorischen und kommunikativen Strukturen der IBA’27. Die Untersuchung basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse sowie zwei qualitativen Experteninterviews mit Andreas Hofer (Intendant IBA’27) und Wolfgang Riehle (Vorsitzender IBA’27 Friends) und entstand im Masterstudiengang Stadt Landschaft Transformation an der HfWU Nürtingen-Geislingen.
Eine IBA im Wandel
Die IBA’27 StadtRegion Stuttgart steht vor einer besonderen Herausforderung: Ihre Wirkung lässt sich noch nicht an einem abgeschlossenen baulichen Ergebnis ablesen. Anders als die Weißenhofsiedlung von 1927 entsteht kein einzelnes architektonisches Manifest, sondern ein räumlich verteiltes und prozesshaftes Netzwerk aus Projekten, Akteuren und Orten. Die Arbeit fragt deshalb, wie eine IBA wirken kann, wenn ihre eigentliche Wirkung weniger im fertigen Bauwerk als in angestoßenen Prozessen liegt.
Wirkung durch Vernetzung und Aktivierung
Im Mittelpunkt stehen die Mechanismen, mit denen die IBA’27 regionale Transformation anstoßen möchte. Aktivierung, Qualifizierung, Vernetzung, Beteiligung und Vermittlung bilden dabei zentrale Instrumente, mit denen Kommunen und Projektträger unterstützt, neue Kooperationen ermöglicht und Zukunftsfragen öffentlich diskutiert werden. Erste Potenziale zeigen sich insbesondere in der Veränderung von Diskursen, der Entwicklung neuer Planungsansätze und der Stärkung regionaler Zusammenarbeit.
Zwischen Anspruch und Abhängigkeit
Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass die Wirkung der IBA’27 eng an ihre Umgebung gebunden ist. Die fehlende eigene Umsetzungsmacht eröffnet einerseits Spielräume für Kooperation und Mobilisierung, macht den Prozess andererseits abhängig von politischen Entscheidungen, wirtschaftlichen Entwicklungen und der Bereitschaft anderer Akteure. Die Arbeit untersucht damit eine IBA in einem entscheidenden Zwischenzustand: zwischen langfristigem Transformationsanspruch, ersten sichtbaren Wirkungen und den Bedingungen, unter denen aus Impulsen tatsächlich dauerhafte Veränderung entstehen kann.
Zur Arbeit: IBA’27 StadtRegion Stuttgart als Format der Stadt- und Regionalentwicklung
Andreas Hofer, Intendant der IBA’27: »Ich habe mich über den sorgfältigen und differenzierten Blick auf die IBA’27 gefreut. Die Arbeit richtet den Blick auf einen entscheidenden Punkt: Die Wirkung einer IBA entsteht nicht allein durch gebaute Projekte, sondern durch die Prozesse, die sie in Gang setzt. Sie zeigt, wie Aktivierung, Vernetzung und öffentliche Diskussion zu Instrumenten regionaler Transformation werden – und wo die Grenzen eines solchen Ansatzes liegen.«
Studentin
Amelie Zoe Piller
Betreuerinnen
Prof. Dr. Lisa Küchel
Charlotte Schöffend
Dr. Martin Heberling
